Samstag, 29. Mai 2010

Praia da Luz - Mai 2010

Ich bin gerade zurück von einem spontanen Kurztrip in die Sonne. Und sie war da. Die Sonne. Im Gegensatz zu hier hatte ich traumhaftes Wetter mit 25° und leichtem Wind.

Zwei Vormittage war es bedeckt und so konnte ich mich ungeschoren von Hitze und Sonnenbrand auf zwei Wanderungen begeben, die ich beim letzten Mal ausgelassen hatte.

Die erste führte mich in einer anstrengenden Kraxelei zum Denkmal auf dem Berg, der PdL im Osten überragt. Dorthin wo die McCanns immer zum Joggen gingen. Schnell war mir klar, das war nicht das richtige Terrain zum Joggen. Da musste man beim Abstieg fast um sein Leben fürchten.

Die zweite Wanderung führte mich Richtung Westen auf den Küstenweg der zum Nachbarort Burgau führt. Hier begegneten mir viele Jogger, die den flachen und leicht begehbaren Weg für ihr Hobby nutzten.

Merkwürdig

Wer joggt um des joggens willen, würde niemals auf die Idee kommen auf den Berg zu klettern und die Journalisten mit sich zu ziehen für tolle Photos im Hang. Der würde ganz sicher den anderen Weg nehmen, zumal der ja auch gleich unterhalb der angemieteten Villa beginnt.

Also warum das Ganze? Wenn wir uns an die Berichterstattung von damals erinnern fällt auf, dass für die Journalisten und die Medien generell, Praia da Luz an der Kirche aufhörte. Alles konzentrierte sich auf den sandigen Strand und die Gegend östlich der Stadt. Da wurde ein Scharlatan aus Süd-Afrika extra von den McCanns kontaktiert und wahrscheinlich auch kontraktiert um mit Hilfe einer Haarsträhne, die Kate extra aus England kommen liess (!?) und einer magischen Machine, der zeitweise Aufenthaltsort von Maddie auf dem mittleren Plateau zum Berg lokalisiert, kurz bevor die Spürhunde aus England eintrafen. Für die Ungläubigen wurde noch von einer angeblich gefundenen Kinderdecke gesprochen. Dabei war Maddie ja nie mit Decke "entführt" worden. Ebenfalls kurz zuvor rief Kate mitten in der Nacht Ricardo Paiva an und erzählte ihm von einem Traum in dem Maddie dort oben verscharrt wäre. Zufall?

Man wusste, dass die Hunde kommen, man wusste allerdings nicht, wo sie suchen würden. Da sollte man vielleicht der Polizei Hilfestellung geben. Allerdings in der entgegengesetzten Richtung?

Die Begegnung mit der Familie Smith geschah im Westteil des Ortes, der wenig touristisch ist und in dem noch die älteren Gebäude stehen. Wäre die Leiche dort irgendwo kurzzeitig versteckt worden, vielleicht bis in die frühen Morgenstunden, hätte man es trotzdem nicht wagen können, den Ort danach zu durchqueren um auf die östliche Seite der Stadt zu kommen und evtl. den Berg hinauf. Wieviel näher liegt da die Möglichkeit eine Leiche vom Versteckplatz im bereits westlichen Teil des Ortes zu einem besseren Versteck noch weiter westlich zu bringen? Entlang des Weges und auch oberhalb gibt es viele Orte wo dies möglich gewesen wäre. U.a. sind mir sehr viele Gullydeckel aufgefallen, die dort Zugang zu Abflussrohren verdecken. Ja ich weiss ich scheine ein Faible für Abflussrohre aller Art zu haben, aber bei der Beschaffenheit des Bodens und des zu versteckenden Körpers erscheint mir das die einzige Möglichkeit zu sein.

Südlich der Villa der McCanns, hinter einer Pumpstation verdeckt z.B. fand ich mal wieder solch einen Zugang...



Hier gibts noch mehr meiner Photos


edit:
Klarstellung: Mir ging es in diesem Post darum zu zeigen, dass sie höchstwahrscheinlich im Westteil irgendwo versteckt war und nicht im Ostteil auf den alle Aufmerksamkeit gerichtet wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Ob das ein Abwasserkanal war, ein gebuddeltes Loch, ein Haus in der Gegend oder ein Gebüsch wird wohl nicht mehr festzustellen sein. DASS sie aber irgendwo mindestens 3 Wochen lang versteckt wurde steht für mich aufgrund des Alarms von Eddie und Keela im Mietwagen fest.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Indizienkette

Ein Indizienbeweis in einem Gerichtsverfahren liegt vor, wenn von dem Vorliegen einer oder mehrerer Tatsachen (Indiztatsachen) auf die eigentlich zu beweisende Haupttatsache logisch geschlossen werden kann. Die Indiztatsachen müssen im Prozess voll bewiesen sein, also zur Überzeugung des Gerichts feststehen. Zum Beweis dienen alle herkömmlichen Beweismittel


Tatsachen der Hauptbeweiskette:

Staatlich geprüfter Leichenspürhund meldet Leichengeruch hinter dem Sofa im Apartment und im Mietwagen der McCanns. Ausserdem im Schlafzimmer der Eheleute im Wandschrank und eine leichte Indikation im Blumenbeet im Garten des Apartments.

Staatlich geprüfter CSI Hund der ausschliesslich Blut anzeigt weist auf Blutspuren hinter dem Sofa im Apartment und im Mietwagen der McCanns hin.

Hinter dem Sofa unter den Fliesen und im Kofferraum des Mietwagens werden "Körperflüssigkeiten" entdeckt, die teilweise menschliche DNA enthalten. Obwohl aus der ersten Probe nur wenige (?) Informationen gefiltert werden konnten entsprechen ALLE gefundenen Allele denen von Madeleine McCann.

Im Apartment 5A ist lt. Polizeirecherchen nie eine Person gestorben. Die Tatsache, dass Gerry McCann aussagt, Madeleine kurz nach 21:04! Uhr lebend gesehen zu haben, und Jane Tanner den Entführer mit dem Kind um 21:15 Uhr gesehen haben will, macht die Entwicklung von Leichengeruch und die Kontamination damit an 2 Stellen im Apartment und im Garten wissenschaftlich unmöglich, zumal Gerry McCann ja lt. Jeremy Wilkins, den er genau zu diesem Zeitpunkt traf, die ganze Zeit am Gartentor gestanden hat und zumindest die Kontamination im Blumenbeet unmöglich macht.

Entweder ist die 3fache Bestätigung einer toten Person im Apartment durch die o.g. Indizienkette falsch oder die Darstellung der Geschehnisse lt. Aussagen der beiden Hauptzeugen McCann und Tanner ist falsch. Beide sind nicht vereinbar miteinander. Dummerweise widersprechen sich aber auch die Aussagen der beiden Hauptzeugen in einigen Punkten:



Tatsachen der Nebenbeweiskette:


Diskrepanzen in den Aussagen der Personen, die zum Zeitpunkt der Entführung dem Tatort am nächsten waren:

Jane Tanner sagt aus, Gerry McCann und Jeremy Wilkins auf dem halben Weg zwischen dem Gartenausgang des McCannschen Apartments und der Rezeption gesehen und passiert zu haben. Direkt darauf sah sie den Entführer. -- An anderer Stelle spricht sie davon, dass die beiden am Tor gestanden hätten.

Jeremy Wilkins sagt aus dass er Gerry McCann am Gartenausgang des McCannschen Apartments getroffen habe aber weder Jane Tanner noch den Entführer sah.

Gerry McCann sagt aus, dass er Jeremy Wilkins gegenüber des Eingangs zur Rezeption getroffen habe, aber weder Jane Tanner noch den Entführer gesehen habe.

Auf einer menschenleeren, beleuchteten Straße ist es unmöglich, dass zwei! Personen eine dritte Person nicht bemerkt haben, die direkt an ihnen vorbeigeht. Vor allem wenn diese Person einem der Gruppe gut bekannt ist. Jeremy Wilkins ist der unabhängige Zeuge, seine Aussage kann man am ehesten als glaubhaft einstufen bei drei unterschiedlichen Aussagen. Das heisst, dass der Ort des Treffens das Gartentor war und Jane Tanner nicht an den beiden vorbeiging. Ging aber Jane Tanner nicht an den beiden vorbei, erklärt sich die Falschaussage von Gerry damit, dass er ihr den Weg frei zum Treffen mit dem Entführer "freimachen" wollte, indem er sein Treffen mit Jeremy Wilkins an einen anderen Ort legte. Als Schlussfolgerung aus diesen 3 unterschiedlichen Aussagen lässt sich nur entnehmen, dass Jane den "Entführer" entweder überhaupt nicht oder zu einem anderen Zeitpunkt gesehen hat. Hätte sie ihn aber zu einem anderen Zeitpunkt gesehen, stellt sich die Frage warum hier gelogen werden musste. Die einzig mögliche Erklärung ist die Schaffung eines Alibis für Gerry McCann für genau den Zeitpunkt der Entführung.

Warum brauchte Gerry McCann aber ein Alibi für den Zeitpunkt der Entführung? Bei einer Entführung ist es normalerweise nicht nötig, dass ein Elternteil ein Alibi benötigt. Der einzige Grund für solch ein starkes Alibi kann nur der sein, dass eine glaubhafte Aussage droht, die Gerry an einem anderen Ort gesehen hat.
Die einzige Aussage, die Gerry an einem anderen Ort mit einer 80%igen Sicherheit sah, kam von der irischen Familie Smith, die einen Mann, auf den Gerry's Beschreibung passte und den Herr Smith später als Gerry mit besagten 80%igen Sicherheit identifizierte, mit einem "schlafenden" Kind auf dem Arm gegen 21:50 durch die Hintergassen von Praia da Luz Richtung Wasser gehen sah.

Von dieser Begebenheit konnte Gerry McCann aber am Abend des 3. Mai nur gewusst haben, wenn er auch wirklich derjenige war, der das schlafende Kind dort getragen hatte. Die Möglichkeit, erkannt worden zu sein, war dann so groß, dass das Alibi für 21:15 geschaffen werden musste, mit einem unabhängigen Zeugen an seiner Seite.

Diese Begegnung mit der Familie Smith muss so gefährlich gewesen sein, dass der vorherige Zeitplan, der keine Fragen offen ließ und in sich konsistent war, gegen einen neuen ausgetauscht werden musste, der viele der Diskrepanzen erst erzeugte, die hier bereits aufgeführt wurden.

Während der verabredete Zeitplan vorsah, dass die Entführung zwischen 21:30 und 22:00 Uhr stattfinden sollte, wie sich an der ersten Aussage Gerry McCanns zeigt, dass Matthew Oldfield Madeleine noch um halb zehn lebend gesehen hätte, musste nun die Entführung vorverlegt werden und Matthew musste nun aussagen, dass er Madeleine garnicht wirklich gesehen habe.

Soweit die recht einfach gehaltene Indizienkette, die meiner Meinung nach konsistent und logisch ist.

Weitere unterstützende Indizien wie entlarvende Körpersprache bei Interviews, die immer neuen Phantombilder, die nichts miteinander zu tun haben, entlarvene Versprecher bei Interviews, die kompletten forensischen Ergebnisse, die zumindest Indizienkraft haben, das Beharren auf einer Entführung vom ersten Moment an, das nicht durchgeführte Suchen des Kindes durch die Eltern nach der Entdeckung des Verschwindens,
das Märchen vom zerstörten Rolladen, die permanenten Versuche die portugiesische Untersuchung zu diskretitieren, mit Hilfe u.a. der Lüge, die Polizei hätte 50 Minuten gebraucht um vor Ort zu sein, und last but not least, der Versuch einen Unschuldigen zum Täter zu stempeln, können alle unterstützend den Gesamteindruck nur verstärken.

Auf die eigentliche Haupttatsache kann meiner Meinung nach mit Hilfe dieser Indizienkette logisch geschlossen werden. Dass Madeleine im Apartment starb, die Entführung inszeniert wurde und die Leiche versteckt wurde. Genau so lautete die Beschuldigung der portugiesischen Polizei als man das Ehepaar zu Arguidos machte. Hätte es nicht die massive Unterstützung der McCanns gegeben, von Seiten der britischen Regierung, der Medien und der engagierten Staranwälte, die mit dem Geld aus den Spenden finanziert wurden und psychologischen Druck auf die Untersuchungsbehörde ausübten, hätte diese Kette für eine Verurteilung auch ohne Leiche meiner Meinung nach ausgereicht.







Samstag, 8. Mai 2010

Die Nacht in der wir sie fanden....




Dem letzten Blogpost ist schon die Brisanz anzumerken, ich finde dieser Fund ist es wert noch einmal verdeutlicht zu werden.

Im Interview mit den Spaniern sagt Gerry McCann:

The media leaks and lies put out there to try to give an image that we were guilty was particularly hard, but not as bad as the night we found her.
Im spanischen voice-over wird dies wohl bewusst mit "pero no tan dificil como la noche de la desaparencia" "aber nicht so schwierig wie die Nacht ihres Verschwindens" übersetzt.

Nun hat dies allerdings eine extrem andere Bedeutung. Die Nacht in der wir sie fanden, ist die Nacht ihres Todes, ihres Unfalls wenn man guten Glaubens ist.

Ein freudscher Versprecher oder ein bewusst gesetzter Akzent auf einen möglichen Unfall?

Die Nerven und die Fassade bröckelt gewaltig jedenfalls.